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Feliz navidad: Von Playa zu Playa

Veröffentlicht am 23.12.2015

Ben genießt das Sonnenbad und das Bad am Meer - und will wohl noch was braun werden...Ben genießt das Sonnenbad und das Bad am Meer - und will wohl noch was braun werden...Weihnachten unter Palmen - für viele ein Traum. Für mich früher nicht vorstellbar, aber Zeiten ändern sich. Und nun kann ich mir fast keinen schöneren Ort vorstellen, an dem ich zu dieser Zeit lieber sein möchte. Von Playa zu Playa nehme ich euch mit auf eine Reise zu den schönsten Stränden hier.

Ein Strand voller Surfer, ein anderer voller Camper und stille verlassene Playas reihen sich hier aneinander. Kilometerweise Traumstrand. Für wen da nichts dabei ist, der sollte tatsächlich lieber in die Berge fahren. 

Wir wohnen ja in La Muela, das ist ein wenig im Hinterland und gehört zu Vejer de la Frontera. Nach Vejer, an die Strände von Vejer und nach Conil sind es immer gut zehn Minuten mit dem Auto. Also alles in Hör- und Sehweite und noch hatten wir keinen Tag, der wie der Vortrag war. Alle paar Meter wartet halt ein anderer Playa auf uns. Wenn wir jetzt noch in Barbate und Zahara de los Atunes waren, haben wir fast die ganze Costa de Trafalgar gesehen. 

Das war wohl mal ein PiratenbeobachtungspostenDas war wohl mal ein Piratenbeobachtungsposten

An dem Leuchtturm von Trafalgar fand übrigens diese berühmte Schlacht statt. Historisch gibt es hier auch eine ganze Menge zu entdecken, auch für so Geschichtsmuffel wie mich.

Puerto de ConilPuerto de ConilWer denkt, warum fährt die denn von Strand zu Strand, ist doch alles gleich, der täuscht sich gewaltig. Fangen wir von oben an: Am Hafen von El Roche ist es wahnsinnig interessant, die Fischer zu beobachten. Die fahren noch täglich raus und bringen ne Menge mit. Was genau hat man mir erklärt, hab ich aber nicht verstanden: Der nette Herr hat dann doch zu sehr akzentuiert gesprochen. Aber ich weiß noch vom Baden im Meer, dass in jeder Welle ne Menge Fische waren. Als Cille und mir das damals bewusst wurde, sind wir ab und zu mal panisch schreiend herausgerannt. Bekannt ist die Gegend hier vor allem für ihren Thunfischfang, aber nicht in den Wintermonaten. Wenn man Glück hat kann man aber auch die Giganten des Meeres entdecken. Es ist eine sehr artenreiche Gegend hier. Und was soll ich sagen: 6 Euro für ein Kilo Riesengarnelen und Langusten...

Wie sind wir hier damals runtergeklettert ohne zu sterben???Wie sind wir hier damals runtergeklettert ohne zu sterben???Drum herum um den Hafen ist es ziemlich felsig. Eine Erinnerung von vor 14 Jahren: Als Cille und ich ein Auto gemietet hatten für ein paar Tage waren wir mit Brigitte unterwegs, unter anderem hier. Und ich weiß ziemlich sicher, dass wir die Felsen runtergekraxelt sind. WAREN WIR LEBENSMÜDE? Als Teenager ist man doch echt irre. Bei bestem Willen kann ich mir heute nicht mehr vorstellen, hier runterzuklettern. Warum auch, überall kann man doch ganz seicht ins Wasser gehen? Ich weiß noch, dass ich zu Cille gesagt habe: hier müssen wir schwimmen gehen, das ist das tollste Wasser, das ich je gesehen habe. Und wir haben es gemacht. Ich glaub, Brigitte hielt uns schon damals für verrückt. Und selbst Ben schaut mich an als ob er sagen würde: Nope, hier gibt es keinen Weg runter zum Wasser. Und er würde jeden finden, so sehr liebt er das Meer. 

Fantastisch romantisch und gigantisch - das ist unsere AbendgassirundeFantastisch romantisch und gigantisch - das ist unsere AbendgassirundeOberhalb des Hafens und drum herum kann man teilweise sogar in Pinienwäldern die verschiedensten Rundwege laufen. Endlich haben wir Gassimöglichkeiten gefunden!!! Ich bin so glücklich und Ben sowieso. Den so genannten Öl-Rundweg über die Steilklippen haben wir bereits gemacht genau wie den Steilklippen-Rundweg, von wo aus man ziehende Vögel beobachten kann. Vergessen wie sie heißen, irgendwas mit Löffeln und dass sie fast ausgestorben waren. Der Weg geht los am Leuchtturm von El Roche. Fantastische Ausblicke hat man hier, nur Ben hat scheinbar Lemmingartige Selbstmordgedanken und frei laufen lass ich ihn hier besser nicht. Hinterher will er noch mit Anlauf runter ins Meer springen, so sehr freut er sich alle paar Meter, es zu sehen. Keine Menschenseele ist da unten in den Buchten, so wild ist das Meer und drum herum nur Felsen. Wenn ich mich mal verstecken muss, hier ist sicher ein guter Platz. Da findet mich selbst die NSA nicht. 

Auch gibt es rund um diesen Bereich viele ökologisch nachhaltige Pfade. Einen Fluß habe ich auch entdeckt, die Tour wollte ich auch gerne machen. Aber Leute, die ich hier am Strand mit ihrer Hündin Mora kennengelernt habe (Foto weiter unten), haben mir davon abgeraten. Denn sie sagen, solche Sumpfgebiete solle ich mit dem Hund doch besser meiden wegen der Mücken und der möglichen Krankheiten, wie Herzwürmer, die es im Süden Europas nun mal leider gibt. Ben ist zwar geschützt und bekommt demnächst schon seine zweite Kur, aber wir wollen ja kein Risiko eingehen. 

Wer genau hinsieht, entdeckt ein paar Surfer im Wasser. Das ist eine Bucht in Fuente de GalloWer genau hinsieht, entdeckt ein paar Surfer im Wasser. Das ist eine Bucht in Fuente de GalloWeiter geht es jedenfalls hinunter. Nach dem Gebiet rund um den Puerto und Leuchtturm kommt das Gebiet Fuente del Gallo. Eingebettet in das rote Steilklippenparadies sind hier einige Strandabschnitte getrennt voneinander, es ist hier stellenweise felsig und man muss beim Surfen und Schwimmen schon aufpassen. Oberhalb hat man im Restaurant einen fantastischen Ausblick beim Untergang der Sonne. Generell ist der Blick hier besonders rosarot beziehungsweise orange durch die Steilklippen überall, die knallrot sind. Wie auch die Erde hier überall. Gibt bestimmt nen Namen dafür. Kenn ich aber nicht.

In diesen Bereichen gibt es ausschließlich touristische Wohngebiete. Conil ist aber generell sehr touristisch. Papa Manuel erzählte, dass hier knapp 21000 Menschen wohnen - im Sommer sind es aber bestimmt fünffach, sechsfach so viele Touristen. Nach Fuente del Gallo kommt dann das Gebiet El Roche. Auch hier gibt es etliche neue Apartmenthäuser und auch das neue Costa Conil. Das war damals im Bau als ich hier war. Riesiges Ding geworden. Von El Roche aus hat man dann einen ebenfalls tollen Überblick. 

Dann folgt der Playa de la Fontanilla, mein Lieblingsstrand. AMOR!!! Hier komm ich gut hin, man kann direkt am Strand parken. Wie aber eigentlich an allen Stränden. Das ist hier das Konzept. An der Fontanilla ist es weitläufig und übersichtlich, was mir mit meiner streunenden-Hund-Panik arg entgegenkommt. Hier kann man ziemlich entspannt sein und auf der Mauer die Sonne genießen und den Sonnenuntergang anschauen oder kilometerweit nach links oder rechts wandern. Man kann den vielen Wellenreitern zusehen oder den abendlichen Anglern. Gut, ich schau lieber den Surfern zu. ;-)Ben tobt mit Mora über den Playa FontanillaBen tobt mit Mora über den Playa Fontanilla

Die Fontanilla, das berühmte Restaurant mit seinen leckeren Gambas al ajillo hat leider im Winter geschlossen. Schade. Aber hier bin ich am Liebsten, hier ist einfach meine Seele zuhause. Ben fühlt sich hier auch sauwohl. Stundenlang verbringen wir hier die Zeit, abends muss ich Ben quasi ins Auto zwingen. Wenn wir am Strand langgelaufen sind, setzen wir uns hin. Er legt sich in den warmen Sand und beobachtet die Leute und das Meer. Ich schließe die Augen und genieße. Genau deswegen bin ich 2500 Kilometer gefahren. Genau deswegen liebe ich es hier so sehr.Wenn Ben hier an der Fontanilla nach seinem Bad im Meer in der Sonne im warmen Sand badet krieg ich ihn hier nicht mehr weg...Wenn Ben hier an der Fontanilla nach seinem Bad im Meer in der Sonne im warmen Sand badet krieg ich ihn hier nicht mehr weg...

 

Die wunderschöne Strandpromenade von Conil. Die wunderschöne Strandpromenade von Conil. Direkt an den Playa de la Fontanilla grenzt der Playa de los Bateles an. Er ist quasi der Hofstrand Conils, liegt der Stadt zu Füßen. Hier reihen sich auch Bar an Bar aneinander, die Strandpromenade ist sehr schön. Die Wege zum Playa sind über mehrere Holzstege ausgebaut. Blicken wir kurz zurück: Ja, und hier habe ich mich das einzige Mal nach zu vielen alkoholischen Getränken "erholt". Schuld war aber nur, dass wir borrachas como Cubas Tischfußball gezockt hatten. Dieses kleine Bällchen immer dabei zu beobachten wie es hin und her rollt, das war zuviel für meinen Kopf… Die Levante, unsere Stammbar, gibt es aber nicht mehr. Naja.

Hier am Strand haben sich die Kiter ihren Stammplatz erarbeitet, nur wenige Windsurfer tummeln sich noch darunter. Jede Menge los, auch deutsche Camper sind unterwegs. Mein Wohnmobil wäre hier echt der Knaller, ganz schön freakige Modelle gibt es… Ich muss sagen: So romantisch ich die Vorstellung auch fand mit dem Blauen hier runter zu gurken und am Strand zu leben, so unrealistisch war das auch. Ich bin eben kein Camper. Ich brauch eben ein Haus. Ein festes. Und Leute, die sich um was kümmern, wenn was nicht funktioniert. Call me Luxusgöre meinetwegen, fünf Sterne müssen es auch nicht sein. Nicht immer jedenfalls. :-D

Nach diesem Hausstrand von Conil kommt ein Stück Naturschutzgebiet, durch das die wenigen Spanier, die wirklich Gassi gehen, mit ihren Hunden laufen. Also wieder nix für uns. Aber sehr cool sind hier die Hundewasserspender. Aus dem MEIN Hund natürlich wieder nicht trinkt. 

Der nächste Strandabschnitt gehört dann schon offiziell zu Vejer und ist vor allem bei Surfern sehr beliebt: El Palmar. Ein unfassbar schöner, langer Strandabschnitt, eine Bar nach der anderen, ein Surfclub neben dem anderen, Discos und Boutiquen gibt es hier. Und jede hat einen Hund als Aufpasser. Also leider nix zum Verweilen, denn die sind schon ziemlich biestig, wenn sie Ben sehen. Aber etwas abseits finden auch wir unser Traumplätzchen zum Spazieren und Verweilen. Ben ist furchtbar happy, wie man auf den Bildern sieht.Ben rennt und rennt und rennt... Er liebt es hier am Strand von El Palmar!!!Ben rennt und rennt und rennt... Er liebt es hier am Strand von El Palmar!!!

Nach El Palmar schließt sich dann Canos de Meca an. Wer Bibione kennt, dem wird mein nächster Vergleich was sagen: Es ist wie in Pineda mit ganz vielen Campingplätzen. Nett, aber woanders ist schöner. Hier endet dann der Bereich mit dem Leuchtturm von Trafalgar. Von hier aus geht es dann weiter runter nach Zahara de los Atunes, Barbate und schließlich Tarifa.

Ob einsame Abschnitte oder das pulsierende Surferleben am Strand, für jeden ist auf diesem Abschnitt was dabei. Als wir vor 15 Jahren in die LTU stiegen, First Class, packte Cille die Amica aus, die sie am Flughafen gekauft hatte. Auf dem Titel stand: Der schönste Strand Europas. „Na da gucken wir gleich mal, wo das ist, bestimmt Griechenland“, sagten wir noch. Noch nie zuvor hatten wir was von Conil gehört, bevor wir die Reise zur Academica Atlantika buchten. Bis wir die Zeitung aufschlugen und dort stand: Europas schönster Strand ist in Conil. Wie recht doch manche Klatschzeitungen haben können. Frohe Weihnacht unter Palmen!Paradies...Paradies...